Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie
 Universitätsmedizin Leipzig

AG Psychosoziale Forschung

Leitung: Frau Prof. Dr. med. Katarina Stengler

Kontakt

Prof. Dr. Katarina Stengler
Anschrift: Universitätsklinikum Leipzig AöR
Department für Psychische Gesundheit
Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Semmelweisstraße 10, HAUS 13, 04103 Leipzig
Sekretariat Frau Michaela Schlett
Telefon: +49 (0)341-9724500
Fax: +49 (0)341-9724509
E-Mail: Katarina.Stengler@medizin.uni-leipzig.de
Michaela.Schlett@medizin.uni-leipzig.de

AG psychosoziale Forschung

Die AG psychosoziale Forschung beschäftigt sich mit der Analyse, Wirksamkeit und Effizienz bestehender psychiatrischer Versorgungssysteme mit besonderem Fokus auf innovative, zukunftsorientierte Versorgungsprojekte. Dabei steht im Mittelpunkt des Interesses die Evaluation von Versorgungsangeboten, die auf die Langzeitbehandlung von Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen ausgerichtet sind. In diesem Zusammenhang bestehen umfangreiche universitätsinterne und externe, auf nationaler Ebene angesiedelte Kooperationen.

Projekte/ Themen:

Geschlechterspezifische Analyse der Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen in der Leipziger Allgemeinbevölkerung

Projektleiterin: Prof. Dr. med. Katarina Stengler
Kooperation: Prof. Dr. med. Steffi G. Riedel-Heller, PD Dr. phil. Melanie Luppa, Dr. C. med. Engel, Prof. Dr. med. Swen Hesse, Prof. Dr. med. Osama Sabri

Zusammenfassung: In der vorliegenden Studie sollen in einer repräsentativen Stichprobe der Leipziger Allgemeinbevölkerung im Rahmen der LIFE-A1 Health-Adult-Kohorte geschlechterspezifische Unterschiede der Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen untersucht werden. Im besonderen Fokus steht die geschlechtsspezifische Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen bei ausgewählten Zivilisationskrankheiten (Adipositas, Depression), um Aspekte der Über-, Unter- und Fehlversorgung aufzudecken. Die Ergebnisse liefern wichtige Erkenntnisse zu individuellen und kontextbezogenen geschlechterabhängige Determinanten der Versorgung. Es werden geschlechtersensible Implikationen für die Planung von Ressourcen der Gesundheitsversorgung und Überlegungen für geschlechterdifferente Aspekte des zukünftigen Versorgungsmanagements abgeleitet.

Analyse der Ergebnisse von Rehabilitationsmaßnahmen in allen RPK-Einrichtungen in Deutschland: ein Kooperationsprojekt mit der BAG RPK Deutschland

Projektleiterin: Prof. Dr. med. Katarina Stengler
Kooperation: BAG RPK-Vorstand: Dr. M. Bräuning-Edelmann; Dipl-Psych. A. Theißing;
Prof. Dr. med. Thomas Becker, Ulm

Zusammenfassung: In der vorliegenden Untersuchung sollen die Ergebnisse der Jahresdokumentationen von medizinischen und beruflichen Rehabilitationsmaßnahmen der RPK-Einrichtungen in Deutschland hinsichtlich verschiedener outcome-Kriterien analysiert und bewertet werden. Es sollen relevante Implikationen für die Planung von Ressourcen der rehabiliativen Versorgung von Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen sowie weiterführende forschungsrelevante Themen insbesondere zur zukünftigen Implementierung moderner beruflicher rehabilitativer Maßnahmen in Deutschland abgeleitet werden.

Analyse der Einflüsse auf die Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen bei Patienten mit Zwangserkrankungen

Projektleiterin: Prof. Dr. med. Katarina Stengler
Kooperation/ Mitarbeiter/innen: Dr. S. Olbrich, Dipl.- psych. I. Jahn

Zusammenfassung: In den letzten Jahren wurde in mehreren Studien die defizitäre Versorgungssituation von Zwangserkrankten beschrieben, wobei bislang keine ausreichende Differenzierung zwischen psychiatrisch-psychotherapeutischen und hausärztlichen/ anderen Professionellen vorgenommen wurde. Ebenso wurde die Beziehung zwischen subjektiv definierten Erstauffälligkeiten der Erkrankung, Diagnosestellung und Inanspruchnahme professioneller Hilfe nicht systematisch untersucht. Diese Zusammenhänge sind Gegenstand des vorliegenden Untersuchungsdesigns.

REDEZEIT - Telefonische Unterstützungsgruppen für pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz

Projektleiter: Dr. Dipl.-Psych. M. Berwig, Dipl.-Psych. Katharina Wermke

Förderung: Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen (GKV)
Wissenschaftliche Begleitung: Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen e. V. (DZNE) 

Es hat sich gezeigt, dass das subjektive Wohlbefinden von pflegenden Angehörigen von Menschen mit Demenz durch die Teilnahme an physisch durchgeführten Unterstützungsgruppen deutlich gesteigert werden kann. Allerdings ist es für viele Angehörige aus logistischen Gründen schwierig an solchen Gruppen teilzunehmen. Das vom GKV-Spitzenverband geförderte Projekt REDEZEIT hat daher zum Ziel strukturierte Angehörigenunterstützungsgruppen niedrigschwellig virtuell per Telefonkonferenzschaltung anzubieten und begleitend bezüglich seiner Wirksamkeit zu evaluieren.

Die Unterstützungsgruppen orientieren sich konzeptuell an den begleitenden durchgeführten telefonischen Unterstützungsgruppen der in den USA entwickelten REACH II (Resources for Enhancing Alzheimer's Caregiver Health II) -Intervention, ein Hausbesuchsprogramm für pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz. Dies Form der Angehörigengruppen werden durch ein kurzes psychoedukatives Impulsreferat (ca. 10 min) zu Beginn der Sitzungen zu bestimmten demenzrelevanten Themen wie z.B. Kommunikation mit Menschen mit Demenz, Stressbewältigung, Lösen von alltäglichen Problemen, usw. strukturiert bzw. eingeleitet , der Schwerpunkt liegt jedoch auf dem moderierten Erfahrungsaustauch zwischen den pflegenden Angehörigen. Die virtuell per Telefonkonferenzschaltung durchgeführten Angehörigengruppen finden alle zwei Wochen statt und haben eine Länge von 60 Minuten. Im Modellversuch finden über einem Zeitraum von drei Monaten insgesamt sechs telefonische Angehörigengruppensitzungen statt. Diese werden durch Psychologen der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Leipzig geleitet, die über umfassende Erfahrungen in der Angehörigenarbeit und im Demenzbereich verfügen.
Die telefonischen Angehörigenunterstützungsgruppen werden bundesweit für pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz angeboten, mit dem Ziel, eine Versorgungslücke zu schließen. Für pflegende Angehörige in ländlichen Regionen ist es oft schwierig an Angehörigengruppen teilzunehmen. Genauso ist es vielen Angehörigen aus zeitlichen und organisatorischen Gründen eine Teilnahme unmöglich. Durch das Modellprojekt soll pflegenden Angehörigen von Menschen mit Demenz durch die Nutzung moderner Kommunikationstechnik - in Form von virtuellen Gruppentreffen per Telefonkonferenzschaltung - eine niedrigschwellige Partizipationsmöglichkeit an einem derartigen Versorgungsangebot eröffnet werden. Die Wirksamkeit wird hierbei mithilfe einer randomisiert-kontrollierten Studie (RCT) im gruppenrandomisierten Wartegruppen-Design mit einer Nachbefragung nach drei Monaten überprüft. Es wird erwartet, dass insbesondere das subjektive Wohlbefinden und die Lebensqualität der pflegenden Angehörigen infolge der Gruppenteilnahme signifikant steigen. Nach erfolgreichem Abschluss der Erprobung ist eine Implementierung in lokale Alzheimergesellschaften, Demenznetzwerke, usw. geplant.

Wir suchen pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz, welche an dem Projekt teilnehmen möchten. Bei Interesse melden Sie sich bitte bei: Dr. Dipl.-Psych. Martin Berwig (Martin.Berwig@medizin.uni-leipzig.de) oder Frau Dipl.-Psych. Katharina Wermke (Katharina.Wermke@medizin.uni-leipzig.de) unter Telefon 0341-97 24 465

Aktuelle Publikationen

Strauß M, Jahn I, Olbrich S, Beyrich-Kolbus U, Stengler K. [Assertive community treatment in patients with severe obsessive-compulsive disorders]. Fortschr Neurol Psychiatr. 2014 May;82(5):275-9. doi: 10.1055/s-0034-1366197. Epub 2014 May 13. German. PubMed PMID: 24824206.

Bramesfeld A, Schäfer I, Stengler K, Schomerus G. [Stimulating mental health services research: what are the implications of the new DGPPN S3-guideline for psycho-social therapies?]. Psychiatr Prax. 2014 Mar;41(2):65-7. doi: 10.1055/s-0033-1359949. Epub 2014 Feb 26. German. PubMed PMID: 24573948.

Stengler K, Jahn I, Olbrich S, Beyrich-Kolbus U, Strauß M. [In Process Citation]. Psychiatr Prax. 2013 Nov;40(8):453. German. PubMed PMID: 24350362.

Stengler K, Riedel-Heller SG, Becker T. [Work rehabilitation in people with severe mental illnesses]. Nervenarzt. 2014 Jan;85(1):97-105; quiz 106-7. doi: 10.1007/s00115-013-3846-0. German. PubMed PMID: 24306258.

Stengler K, Olbrich S, Heider D, Dietrich S, Riedel-Heller S, Jahn I. Mental health treatment seeking among patients with OCD: impact of age of onset. Soc Psychiatry Psychiatr Epidemiol. 2013 May;48(5):813-9. doi: 10.1007/s00127-012-0544-3. Epub 2012 Jul 5. PubMed PMID: 22763495.


MitarbeiterInnen:

Dipl.-Psych. Ina Jahn

Dr. med. Jeremias Schönherr

Dr. med. Anja Tränkner

Dipl. Soz.arb./päd. Mathias Alberti

Dipl.-Psych. & Kriminologin M.A. Jana Rauschenbach

 
Letzte Änderung: 16.09.2016, 12:01 Uhr
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