Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie
 Universitätsmedizin Leipzig

Ambulanz für Zwangs- und Zwangsspektrumstörungen

Leitung: PD Dr. med. Christine Rummel-Kluge
Ärztlicher Mitarbeiter: Dr. med. Thomas Schröder
Soziotherapie: Dipl. Soz.arb./päd. (FH) Ursula Beyrich-Kolbus

Zwangserkrankungen sind häufige psychische Erkrankungen. Etwa 2% aller Menschen leiden im Laufe ihres Lebens daran. Erkrankte Menschen müssen häufig bestimmte Dinge denken oder tun: Zwangsgedanken haben oft mit den Themen Verschmutzung, Sexualität, Ordnung oder aggressiven Inhalten zu tun. Zu den häufigsten Zwangshandlungen zählen Reinigungs- und Waschzwänge (z.B. exzessives Händewaschen), Kontrollzwänge (z.B. Haustüre, elektrische Geräte kontrollieren), Zählzwänge, Sammelzwänge und Ordnungszwänge. Eine Zwangserkrankung entwickelt sich oft über einen längeren Zeitraum: was zunächst vielleicht noch eine persönliche Eigenheit oder Macke war, wird zu einer belastenden Erkrankung. Denn die Erkrankung kann alle Lebensbereiche erfassen und große Einschränkungen verursachen. Sehr wichtig ist es deshalb, so früh wie möglichprofessionelle Hilfe und Unterstützung zu suchen und anzunehmen.

Diagnostisches Angebot

• Umfassende psychiatrische Untersuchung
• Zwangsspezifische Symptomerfassung
• Zwangsspezifische neuropsychologische Testung
• Erhebung von psychosozialen Einschränkungen und Belastungen
• Körperliche klinische Untersuchung
   - Laborchemische Untersuchungen (z.B. Schilddrüsenwerte)
   - Bildgebende Untersuchungen (z.B. MRT des Gehirns)
   - Neurophysiologische Untersuchungen (z.B. EEG)

Behandlungsspektrum

Nach einer umfassenden Diagnostikphase erstellen wir für jeden Patienten/jede Patientin einen individuellen Behandlungsplan. Dieser besteht neben einzeltherapeutischen Angeboten vor allem aus diagnosespezifischen gruppentherapeutischen Interventionen:

• Psychoedukationsgruppe
• Kognitiv-verhaltenstherapeutische Gruppe
• Trainings-und Selbstmanagementgruppe
• Angehörigengruppe
• Entspannungsverfahren
• Genusstraining

Zusätzlich können alle diagnosenübergreifenden Angebote der Psychiatrischen Institutsambulanz (PIA) genutzt werden (z.B. Soziales Kompetenztraining, Sportangebote). Eine kontinuierliche ärztliche Betreuung (z.B. für Beratung, Aufklärung und Durchführung einer medikamentösen Behandlung) ist Teil des individuellen Behandlungsplans. Dieser beinhaltet auch eine umfassende soziotherapeutische und psychologische Betreuung, über die bei Bedarf auch eine vorübergehende Behandlung zuhause realisiert werden kann. Für Kriseninterventionen steht eine diagnosenspezifische Behandlung in unserem stationären Bereich zur Verfügung.


 
Letzte Änderung: 06.11.2017, 10:40 Uhr
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Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie