Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie
 Universitätsmedizin Leipzig

Ambulanz für Zwangs- und Zwangsspektrumstörungen

Leitung: Prof. Dr. med. Katarina Stengler

Ärztlicher Mitarbeiter: Dr. med. Jeremias Schönherr

Mit 2-3% Lebenszeitprävalenz zählen Zwangserkrankungen zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. Sie gehen mit Symptomen wie häufiges Händewaschen, Reinigen von Gegenständen, Kontrollieren, Ordnen, Sammeln, aber auch mit ausgeprägten und quälenden Gedankenzwängen einher. Unter Zwangsspektrumstörungen versteht man verschiedene, dem Zwang ähnliche Phänomene, wie z.B. häufiges Haare-ausreißen (Trichotillomanie), zwanghaftes Stehlen (Kleptomanie) u.a. Zwänge können in allen Lebensbereichen auftreten. Eine Zwangserkrankung beginnt oft schleichend und entwickelt sich langsam aus persönlichen Macken, Auffälligkeiten und Eigenheiten. Erst allmählich merken Betroffene, dass die Erkrankung alle Lebensbereiche erfasst und den persönlichen Aktionsradius erheblich einschränkt. Deshalb ist es wichtig, frühzeitig professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Diagnostisches Angebot

• Allgemeinpsychiatrische körperliche und psychische Untersuchung
• Zwangsspezifische neuropsychologische Untersuchungen
• Zwangsspezifische Symptomerfassung
• Erhebung von psychosozialen Einschränkungen und Belastungen
• Laborchemische Untersuchung (z.B. Schilddrüsenwerte)
• Bildgebende Untersuchungen (z.B. MRT des Gehirns)
• Neurophysiologische Untersuchungen (z.B. EEG)

Behandlungsspektrum

Auf der Grundlage der umfangreichen Diagnostik wird ein individueller Behandlungsplan erstellt, der neben einzeltherapeutischen Angeboten insbesondere auf diagnosespezifische gruppentherapeutische Intervention fokussiert:

• Psychoedukation
• Kognitiv-verhaltenstherapeutische Gruppe
• Trainingsgruppe und Selbstmanagementgruppe
• Soziales Kompetenztraining
• Euthyme Therapie (Genusstraining)

Darüber hinaus können alle diagnosespezifischen Angebote der PIA genutzt werden. Besonderes Augenmerk wird auf soziotherapeutische Interventionen gelegt, über die im Bedarfsfall auch eine umfangreiche Zuhausebehandlung realisiert werden kann.

Eine ärztliche Beratung und Aufklärung über sowie ggf. Umsetzung einer diagnosespezifischen medikamentösen Behandlung ist Teil des Gesamtbehandlungsplans.
Für Kriseninterventionen steht eine diagnosespezifische Behandlung in unserem stationären Bereich zur Verfügung, die von unserer Ambulanz aus koordiniert wird.


 
Letzte Änderung: 16.09.2016, 10:59 Uhr | Redakteur: sandra_born
Zurück zum Seitenanfang springen
Zurück zum Seitenanfang springen
Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie