Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie
 Universitätsmedizin Leipzig

Chronologie der Lehrstuhlinhaber für Psychiatrie an der Universität Leipzig

Lesen Sie hier die Kurzbiografien der ehemaligen Direktoren und des heutigen Klinikdirektors.
1811-1843 Johann Christian August Heinroth
1878-1920 Paul Emil Flechsig
1921-1924 Oswald Bumke
1925-1938 Paul Schröder
1939-1942 August Bostroem
1942-1945 Werner Wagner
1946-1952 Richard Arwed Pfeifer
1952-1964 Dietfried Müller-Hegemann
1965-1973 Bernhard Schwarz
1973-1995 Klaus Weise
1995-2006 Matthias C. Angermeyer
seit Dezember 2006 Ulrich Hegerl

1811-1843 Johann Christian August Heinroth


Heinroth Plus Symbol
  • geboren am 17.01.1773 in Leipzig als Sohn eines Chirurgen
  • 1782-1791 Besuch der Nicolaischule
  • 1791 Beginn des Medizinstudiums
  • 1794 medizinischer Baccalar;
  • 1797 Dr. phil.
  • 1796-1801 Assistent des Leipziger praktischen Arztes Schirmer
  • 1801-1803 Reise- und Leibarzt des russsichen Grafen Rosamowsky, Italienreise; Aufenthalt in Wien bei Johann Peter Frank (1745-1821), dem Direktor des Wiener Narrenturmes
  • 1805 Dissertation "Medicinae discendae et exercendae ratio"
  • 1806-1813 Militärarzt in französischen Lazaretten
  • 1806 (?) Habilitation verbunden mit der Abhandlung  "Ueber das Bedürfnis des Studiums der Medicinischen Anthropologie" Mitherausgeber des "Journal der Erfindungen, Theorien und Widersprüche in der Natur- und Arzneiwissenschaft"
  • 1811 Genehmigung seines Antrags auf eine außerordentliche Professur für "Medicin"
  • 1811 Übertragung einer außerordentlichen Professur für "psychische Therapie";   Antrittsvorlesung "De morborum animi et pathematum animi differentia
  • 1814 Arzt am Zucht-, Waisen- und Armenhaus St. Georg in Leipzig, das auch Geisteskranke beherbergte
  • 1817 (oder 1811) Habilitation an der Philosophischen Fakultät mit der Abhandlung "De volontate medici, medicamento insaniae hyphothesis"
  • 1819 Ernennung zum ordentlichen Professor der Medizin; 
  • Antrittsvorlesung: "De materiae hypothesi quantum ad naturae scrutatores et medicos"  
  • Königlich Sächsischer Hofrath
  • 1830 Eintritt in die Medizinische Fakultät; 
  • Disputation pro loco: "De facinore aperto ad medicorum judicium non deferendo"
  • 1842 Dekan der Medizinischen Fakultät 
  • gestorben am 26.10.1843

1878-1920 Paul Emil Flechsig


Flechsig Plus Symbol
  • geboren am 29.06.1847 in Zwickau
  • 1865 Medizinstudium in Leipzig
  • 1870 Promotion "Bemerkungen über Meningitis luetica und einen dahin zu stellenden Fall"
  • seit 1871 Assistent am Pathologischen Institut unter Ernst Wagner, an der Medizinischen Poliklinik und am Physiologischen Institut unter Carl Ludwig
  • 1874 Habilitation "Die Leitungsbahnen im Gehirn und Rückenmark des Menschen"
  • 1877 Extraordinarius ohne fachliche Zuweisung
  • 1878 außerordentlicher Professor für Psychiatrie und Anwartschaft auf die Leitung der neu zu eröffnenden Irrenklinik der Universität
  • Studienaufenthalte an psychiatrischen Einrichtungen (z. B. Berlin, München, Paris)
  • 1882 Eröffnung der Irrenklinik mit Hirnanatomischem Laboratorium
  • 1884 Professor ordinarius
  • 1894/95 Rektor der Universität
  • 1920 Emeritierung
  • gestorben am 22.07.1929

1921-1924 Oswald Bumke


Bumke Plus Symbol
  • geboren am 25.09.1877 in Stolp/Pommern
  • bis 1901 Medizinstudium in Freiburg, Leipzig, München und Halle
  • Promotion in Kiel
  • Assistent an der Psychiatrischen und Nervenklinik Freiburg
  • 1904 Habilitation in Freiburg
  • 1910 außerordentlicher Professor in Freiburg
  • 1914 ordentlicher Professor an der Psychiatrischen und Nervenklinik in Rostock
  • 1916 ordentlicher Professor in Breslau
  • 1921-24 ordentlicher Professor in Leipzig 
  • 1923 mehrwöchiges Konsilium bei dem erkrankten Lenin in Moskau
  • 1924 ordentlicher Professor in München
  • 1925 Mitherausgeber des "Archiv für Psychiatrie und Nervenkrankheiten"
  • 1928/29 Rektor der Universität München
  • 1946 Suspendierung vom Amt
  • 1947 Emeritierung
  • gestorben am 05.01.1950

1925-1938 Paul Schröder


Schröder Plus Symbol
  • geboren am 19.05.1873 in Berlin
  • hier größter Teil seines Medizinstudium
  • 1897 Staatsexamen und Promotion
  • Assistentenstellen unter Wernicke in Breslau, Kraepelin in Heidelberg, Bonhoeffer in Königsberg sowie Nissl
  • 1912 als Assistent mit Bonhoeffer nach Berlin
  • 1913 ordentlicher Professor in Greifswald
  • April 1925 ordentlicher Professor in Leipzig
  • in Leipzig ein Schwerpunkt auf der Kinder- und Jugendpsychiatrie: "Abteilung für jugendliche Psychopathen"
  • 1937 erster Präsident der "Internationalen Gesellschaft für Kinderpsychiatrie"
  • 1938 Emeritierung
  • 1940/41 kommissarischer Ordinarius in Halle-Wittenberg
  • gestorben am 07.06.1941 in Leipzig

1939-1942 August Bostroem


Bostroem Plus Symbol
  • geboren am 17.07.1886 in Gießen
  • 1909/10 Staatsexamen und Promotion, dann Assistentenstelle in Gießen sowie Hamburg-Eppendorf und Rostock
  • 1921 Oberarzt unter Bumke in Leipzig
  • 1922 Habilitation
  • 1924 erster Oberarzt der Münchener Klinik
  • 1926 außerordentlicher Professor für Psychiatrie und Neurologie
  • seit 1929 Mitherausgeber der "Fortschritte der Neurologie, Psychiatrie und ihrer Grenzgebiete"
  • 1932 ordentlicher Professor in Königsberg
  • 1939 ordentlicher Professor in Leipzig
  • 1942 ordentlicher Professor in Straßburg
  • gestorben am 03.02.1944

1942-1945 Werner Wagner


Wagner Plus Symbol
  • geboren am 26.01.1904 in Immenstadt/Allgäu
  • 1938-40 kommissarischer Leiter der Psychiatrischen Klinik Breslau und des dortigen Lehrstuhls
  • April 1940 erster Oberarzt an der Universitäts-Nervenklinik in Leipzig
  • 1942 außerordentlicher Professor
  • Oktober 1942 bis März 1946 kommissarischer Direktor der Klinik und des Lehrstuhls
  • 1948 Oberarzt an der Münchener Universitäts-Nervenklinik
  • 1949 Ernennung zum Direktor des Klinischen Institutes der Deutschen Forschungsanstalt für Psychiatrie (Max-Planck-Institut) in München
  • 1954 ärztlicher Leiter der Nervenklinik für Kinder und Jugendliche ("Hecksche Klinik")
  • gestorben am 24.01.1956

1946-1952 Richard Arwed Pfeifer


Pfeifer Plus Symbol
  • geboren am 21.11.1877 in Brand/Sachsen
  • Lehrer in Meißen
  • 1901 Studium der Pädagogik sowie der Mathematik, Physik und Chemie in Leipzig, dabei Berührung mit Wilhelm Wundt
  • 1905 Promotion zum Dr. phil. mit der Dissertation "Über Tiefenlokalisation von Doppelbildern"
  • 1912 Abitur und Aufnahme des Medizinstudiums in Leipzig und München
  • 1915 Assistent unter Flechsig in Leipzig
  • 1916 Promotion mit der Dissertation "Über den feineren Bau des Zentralnervensystems eines Anencephalus"
  • 1920 Habilitation
  • 1927 erste Berufung einer deutschen Universität für einen planmäßigen außerordentlichen Professor für Hirnforschung; Leiter des Hirnanatomischen Laboratoriums bzw. Instituts
  • 1946 bis 1952 kommissarische Leitung der Psychiatrischen und Nervenklinik und deren Reorganisation
  • gestorben am 15.03.1957

1952-1964 Dietfried Müller-Hegemann


Müller-Hegemann Plus Symbol
  • 1917 Übersiedlung nach Dresden (nach dem Tod des Vaters)
  • seit 1927 Mitglied im Kommunistischen Jugendverband und seit Dezember 1931 der KPD
  • 1930 - 1935 Medizin- und Philosophiestudium in München, Wien, Königsberg und Berlin
  • seit 1937 Assistentenstelle an der psychiatrischen und Nervenklinik der Charité Berlin
  • 1936-1943 einer der ersten Ausbildungskandidaten der Arbeitsgruppe A (Psychoanalyse) am Deutschen Institut für psychologische Forschung und Psychotherapie bei Harald Schultz-Hencke
  • dort 1944 Vortragsreihe über Psychotherapie bei schizophrenen Patienten
  • seit 1939 als Stabarzt, 1940-41 Truppenarzt im Osten, dann als Lazarettarzt in Berlin
  • sowjetische Kriegsgefangenschaft, dort Leitung eines "Antifa Komitees"
  • 1948 Rückkehr nach Berlin; Anerkennung als Verfolgter des Naziregimes VdN
  • 1951 Habilitation für Psychiatrie und Neurologie an der Charité Berlin "Die Psychotherapie bei schizophrenen Prozessen: Erfahrungen und Probleme"
  • zeitweilig Mitglied der Staatlichen Pawlow-Kommission der DDR
  • Dezember 1950 erster Oberarzt in der Leipziger Klinik
  • 1952 kommissarischer Leiter der Klinik
  • 1953 Begründung einer speziellen psychotherapeutischen Abteilung
  • ab 1954 Hauptabteilungsleiter Wissenschaft im Ministerium für Gesundheitswesen
  • 1955 Professor mit Lehrauftrag  
  • 1957-1964 Ordinarius für Neurologie und Psychiatrie und Leiter der Klinik  
  • nach einem Zwischenfall mit Todesfolge Rücktritt von den universitären Ämtern zum 31. August 1964
  • 1965-Mai 1971 Ärztlicher Direktor des größten Ostberliner psychiatrischen Fachkrankenhauses: des Wilhelm - Griesinger - Krankenhauses in Berlin - Wuhlgarten
  • 1971 Ausreise in die Bundesrepublik Deutschland, in der Folge Rücknahme der VdN - Anerkennung
  • 1972 Visiting Professor an der University of Pennsylvania in Philadelphia (USA)
  • gestorben 1989 in Essen

1965-1973 Bernhard Schwarz


Schwarz Plus Symbol
  • geboren am 01.06.1918 in Roßlau/Elbe
  • 1938/45 Wehrmacht
  • 1940/44 Medizinstudium in Heidelberg, dann Famulatur in Heilanstalt Wiesloch
  • 1945/48 Assistenzarzt in Bremen, Dessau und Chemnitz
  • 1948 wissenschaftlicher Assistent an der Neurologisch-Psychiatrischen Klinik der Universität Leipzig/Heil- und Pflegeanstalt Dösen
  • 1951 Promotion
  • 1955 erster Oberarzt der Klinik
  • 1959 Habilitation und Dozentur
  • 1962/65 Ärztlicher Direktor des Bezirkskrankenhauses für Psychiatrie Dösen
  • 1965/68 Professor mit Lehrauftrag für Psychiatrie sowie Direktor der Psychiatrischen Universitätsklinik
  • 1969 Ordinarius für Psychiatrie
  • 1971 Abberufung als ordentlicher Professor
  • gestorben 21.03.1991 in Berlin

1973-1995 Klaus Weise


Weise Plus Symbol
  • geboren am 01.03.1929 in Freiburg
  • 1953 Pflichtassistent bzw. wissenschaftlicher Assistent an der Neurologisch-Psychiatrischen Klinik der Universität Leipzig
  • 1957 Oberarzt am Fachkrankenhaus für Psychiatrie in Rodewisch
  • 1958 Facharztanerkennung für Psychiatrie / Neurologie
  • 1958 Wissenschaftlicher Assistent und Oberarzt der Psychiatrischen Abteilung der Neurologisch-Psychiatrischen Klinik der Universität Leipzig, seit 1968 der Klinik für Psychiatrie
  • 1971 Erster Oberarzt
  • 1971 Dozentur
  • 1973 Direktor der Psychiatrischen Klinik und Poliklinik der Universität Leipzig und Ordinarius für Psychiatrie
  • 1980 Facharztanerkennung für Psychotherapie
  • 1995 Emeritierung; Beteiligung an einer niedergelassenen Praxis als Psychiater

1995-2006 Matthias C. Angermeyer


Angermeyer Plus Symbol
  • geboren am 14.08.1941 in Nürnberg
  • Studium der Medizin und Soziologie in Würzburg, Düsseldorf, Bern, Caen und Frankfurt am Main
  • 1967 medizinische Promotion an der Universität Frankfurt am Main
  • 1968 Medizinalassistent an der Mission Chirurgical de la Republique Fédérale d´Allemagne en Algérie in Annaba
  • 1970 Assistenzarzt an der Neurologischen Klinik des Nord-West- Krankenhauses Frankfurt am Main
  • 1971 Resident am Queen’s Medical Center Honolulu
  • 1972 Wissenschaftlicher Assistent an der Psychiatrischen Klinik der Medizinischen Hochschule Hannover
  • 1978 Wissenschaftlicher Assistent und Oberassistent am Institut für Epidemiologie und Sozialmedizin der Medizinischen Hochschule Hannover
  • 1981 Habilitation für Psychiatrie und Psychiatrische Soziologie mit einer Studie über die Interaktionen zwischen Schizophrenie und Familie
  • 1982 Fellow im Psychiatric Epidemiology Training Program, Columbia University in New York
  • 1984 Professor an der Universität Hamburg Oberarzt an der Psychiatrischen Klinik der Universität Hamburg
  • 1987 Professor an der Universität Heidelberg Leiter der Abteilung Psychiatrische Soziologie am Zentralinstitut für seelische Gesundheit in Mannheim
  • 1994-2000 Lehrauftrag für Psychiatrische Soziologie am Institut für Soziologie der Universität Wien
  • 1995 Gastprofessor an der School of Public Health der Columbia University in New York
  • 1995-2006 Lehrstuhlinhaber für Psychiatrie an der Universität Leipzig und Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie

seit Dezember 2006 Ulrich Hegerl


Prof. Dr. Ulrich Hegerl Plus Symbol
  • 1953 Geboren in München
  • 1973-78 Medizinstudium in Erlangen und Rennes, Frankreich
  • 1979-80 Stabsarzt in Bayreuth (Wehrpflicht)
  • 1980-94 Wissenschaftlicher Mitarbeiter/ Hochschulassistent der Psychiatrischen und Neurologischen Klinik und Poliklinik der
  • Freien Universität Berlin (in den Abteilungen Neurologie, klinische Psychophysiologie, klinische Pharmakologie und klinische Psychiatrie)
  • 1985 Fortbildungsaufenthalt bei Prof. Dr. P. Watzlawik am Mental Research Institute, Palo Alto: Ausbildung in verhaltenstherapeutisch orientierter Familientherapie, „Brief Family Therapy“
  • 1986 Vierwöchiger Forschungsaufenthalt bei Prof. Dr. Maturana im Labor für Experimentelle Neurophysiologie an der Facultad de Ciencias der Universidad de Chile, Santiago
  • 1986-90 Weiterbildung zur Zusatzbezeichnung „Psychotherapie“ (Tiefenpsychologisch fundierte Gesprächspsychotherapie) an der Freien Universität Berlin
  • 1990 Dreiwöchiger Forschungsaufenthalt bei Prof. Dr. A. Gevins im EEG Systems Laboratory, San Francisco
  • 1988-94 Oberarzt der Berliner Lithiumkatamnese
  • 1992 Habilitation im Fach Psychiatrie
  • 1992-2006 Klinischer Oberarzt an der Psychiatrischen Klinik und Poliklinik der Ludwig-Maximilians-Universität München (Leitung der Depressionsstation, bis 1999 Leitung der Psychogeriatrischen Forschungsstation, Leitung der Abteilung „Klinische Neurophysiologie“ sowie der Arbeitsgruppe „Hirnfunktionsdiagnostik“
  • 1998 C3-Professur für Psychiatrie an der Psychiatrischen Klinik der Ludwig-Maximilians-Universität München
  • seit 1999 Sprecher des bundesweiten Forschungsprojektes „Kompetenznetz Depression, Suizidalität“
  • seit 2004 Leitung der „European Alliance Against Depression“ (gefördert von der Europäischen Kommission)
  • seit Ende 2006 Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie der Universität Leipzig
 
Letzte Änderung: 05.07.2016, 08:29 Uhr
Zurück zum Seitenanfang springen
Zurück zum Seitenanfang springen
Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie