Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie
 Universitätsmedizin Leipzig

Versorgung und neue Medien

Forschungsschwerpunkte

  • Chancen und Risiken der Versorgung von psychiatrischen Patienten via Internet
  • Möglichkeiten der virtuellen Selbsthilfe als Element der Versorgungslandschaft

Die Forschungsgruppe „Versorgung und neue Medien" führt die im Rahmen des „Kompetenznetz Depression, Suizidalität" (KND) begonnene Forschung zum Thema „Depression und Internet" weiter. Das Hauptinteresse gilt dabei der Begleitforschung zum KND-Transferprojekt „Online-Diskussionsforum für Betroffene und Angehörige" (www.diskussionsforum-depression.de).

In letzter Zeit gewann das World Wide Web auf dem Gebiet der psychosozialen Versorgung stetig an Bedeutung. Zu seinen Vorteilen zählt neben Anonymität ein niederschwelliger, zeitlich flexibler und weitgehend ortsunabhängiger Zugang zu Ressourcen und Informationen. Deshalb ist das Internet gerade für psychisch kranke Personen eine attraktive und inzwischen stark frequentierte Informationsquelle und ein zunehmend genutztes Unterstützungsangebot (Hegerl & Bussfeld 2002). Einer eigenen Vorarbeit zu Internetselbsthilfeangeboten ist zu entnehmen, dass depressive Patienten Online-Diskussionsforen intensiv und parallel zur professionellen Therapie nutzen. Mehr als 60% der Befragten gaben an, die Teilnahme am Online-Diskussionsforum habe ihr Vertrauen in eine medizinische Behandlung erhöht und sie ermutigt, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Als positive Veränderungen durch die Nutzung dieses Forums wurden am häufigsten die Verbundenheit mit anderen Betroffenen und eine bessere Akzeptanz der depressiven Störung genannt (Blume et al. 2009).

Publikationen

Blume, A., Mergl, R., Niedermeier, N., Kunz, J., Pfeiffer-Gerschel, T., Karch, S., Havers, I. & Hegerl, U. (2009). Evaluation eines Online-Diskussionsforums für an Depression Erkrankte und Angehörige - eine Untersuchung zu Motiven und Auswirkungen der Teilnahme. Neuropsychiatrie, 23 (1), 42-51.

Kratzer, S., Hegerl, U. (2008): Ist „Internetsucht" eine eigenständige Erkrankung? Eine Untersuchung von Menschen mit exzessiver Internetnutzung. Psychiatrische Praxis, 35, 80-83.

Niedermeier, N., Pfeiffer, T.,Hegerl, U. (2006). Von unseren Patienten lernen. Ein Erfahrungsbericht nach fünf Jahren Diskussionsforum im Rahmen des Kompetenznetzes Depression. Nervenheilkunde 25, 361 - 367.

Pfeiffer-Gerschel, T., Niedermeier, N., Hegerl, U. (2006): Möglichkeiten und Grenzen internetbasierter Selbsthilfe: Moderiertes Diskussionsforum zum Thema Depression. MMW-Fortschr. Med. Nr. 31-321.

Hegerl, U. (2006): Kann man psychische Störungen "wegklicken"? MMW-Fortschr 148: 21-22.

Pfeiffer-Gerschel, T. ,Seidscheck, I.,Niedermeier, N., Hegerl, U. (2005). Suizid und Internet. Verhaltenstherapie, 15 (1), 20-29.

Pfeiffer-Gerschel, T., Hegerl, U., Seidscheck, I. (2004): Internet-Suizidforen: Chancen und Risiken. Clinicum Psy, 4, 34-38.

Hegerl, U., Bussfeld, P. (2002): Psychiatrie und Internet: Möglichkeiten, Risiken, Perspektiven. Nervenarzt, 73, 90-95.

Seemann, O., Stefanek, J., Quadflieg, N., Grebener, N., Kratzer, S., Möller-Leinkuehler, A.M., Ziegler, W., Engel, R.R., Hegerl, U. (2000): Macht Surfen süchtig? Onlineumfrage zum Thema Internetabhängigkeit. MMW-Fortschr Med 37: 46.

 
Letzte Änderung: 14.04.2014, 14:48 Uhr
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